| Wir über uns | GALERIE REMMERT UND BARTH Mühlenstraße 1 D − 40213 Düsseldorf Telefon +49 (0)211 32 74 36 Fax +49 (0)211 32 22 59 galerie@remmertundbarth.de |
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| 2010 | |
| Die Rückkehr des Malers und Bildhauers Ludwig Gabriel Schrieber ins Rheinland |
Überblick 2010 |
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| Jankel Adler Im Exil |
Von Angesicht zu Angesicht | Überblick 2009 | Mit Kunstverstand und Leidenschaft Eine rheinische Privatsammlung |
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| 25 Jahre Remmert und Barth |
Walter Gramatté |
| 2004 | |
| Radierungen |
Die Neue Sachlichkeit |
Die Rückkehr des Malers und BildhauersLUDWIG GABRIEL SCHRIEBERins Rheinland8. Juni bis 14. August 2010 |
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Ludwig Gabriel Schrieber in Wylerberg, 1938 |
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KATALOG-PROSPEKT |
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| Im Jahre 1950 erhalten zwei Künstlerfreunde den Cornelius−Preis der Stadt Düsseldorf: Bruno Goller für Malerei, Ludwig Gabriel Schrieber für Bildhauerei. Während Goller weiterhin in Düsseldorf lebt und arbeitet, folgt Schrieber einem Ruf an die Berliner Hochschule der Künste und entschwindet damit dem interessierten Blick der rheinischen Kunstszene. Mit unserer Ausstellung kehrt Ludwig Gabriel Schrieber in seine Heimatstadt Düsseldorf zurück − mit Skulpturen, Gemälden und Aquarellen. |
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Christus (Hoher Priester) 1945/46 Lindenholz (Kat.−Nr. 3) |
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| Prozession 1948 Öl auf Leinwand (Kat.−Nr. 16) |
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Vier Bäume vor Häusern 1948 Aquarell (Kat.−Nr. 23) |
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| Stehende 1946 Bronze (Kat.−Nr. 4) |
Biographische Daten |
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|---|---|
| 1907 | Am 24. April wird L.G. Schrieber in Waldniel am Niederrhein als Sohn eines Braumeisters und dessen streng katholischer Ehefrau geboren. |
| 1914 | Die Familie zieht nach Düsseldorf. Sohn Ludwig besucht die Realschule. |
| 1923 | Schrieber tritt eine Lehre als Ziseleur an − erster Hinweis auf das spätere bildhauerische Interesse. |
| 1924 | Wechsel an die Kunstakademie Düsseldorf, wo er bei Jan Thorn-Prikker Malerei studiert, ab 1926 bei dessen Nachfolger Heinrich Campendonk. |
| 1925 | Erste Ausstellung mit der Künstlervereinigung "Das junge Rheinland", später auch mit der "Rheingruppe"
und der "Rheinischen Sezession". Akademiedirektor Kaesbach vermittelt ihm ein Meisterschüleratelier im "Hungerturm". |
| 1930 | Schrieber verläßt die Akademie und lebt bis 1940 als freier Maler in Düsseldorf. |
| 1932 | Letzte Ausstellungsbeteiligung vor der NS−Zeit beim Deutschen Künstlerbund. |
| 1933 | und in den Folgejahren bis 1940 lebt Schrieber zurückgezogen in Düsseldorf. Er trifft sich regelmäßig mit gleichgesinnten Künstlerfreunden wie Bruno Goller, Günter Grote, Ferdinand Macketanz und anderen in der Gaststätte "Chronometer" in der Düsseldorfer Altstadt zum künstlerischen und politischen Disput, wobei Schrieber für seine handgreifliche und zupackende Argumentation berühmt und berüchtigt ist. Seinen Lebensunterhalt verdient er durch private Aufträge für Schmuckgestaltung und Glasfenster. |
| 1937 | Ausstellungsmöglichkeit in der Galerie Stuckert in Düsseldorf (und 1942 in der Galerie Günther Franke in München). |
| 1940 | Schrieber heiratet seine erste Frau Hildegard und wird im Oktober zum Militär eingezogen. Als Soldat gelangt er über Belgien und Frankreich nach Griechenland, wo er sich mit der antiken Plastik auseinandersetzt. |
| 1941 | Geburt der Tochter Hille in Düsseldorf. Schrieber wird an die Front nach Finnland versetzt. Im Lazarett in Kirkenes (Norwegen) schnitzt er seine erste Skulptur aus einem Gewehrkolben. In den Jahren 1940−45, Schriebers Militärzeit, entstehen Zeichnungen und Aquarelle. Sein Atelier in Düsseldorf wird durch Bomben zerstört. |
| 1945 | Schrieber kommt in englische Kriegsgefangenschaft. Als "white prisoner" im Lager Ascot widmet er sich der Aquarellmalerei. |
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Paar (eng umschlungen) 1949 Öl auf Leinwand (Kat.−Nr. 19) |
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| Kleine Schreitende 1941 Bronze (Kat.−Nr. 1) |
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Stehende (mit verschränkten Händen) 1951 Bronze (Kat.−Nr. 7) |
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| Häuser am Bodensee 1949 Aquarell (Kat.−Nr. 25) |
| 1946 | Schrieber kehrt nach Düsseldorf zurück und beweist seine erstaunliche Doppel−Begabung als Maler und Bildhauer. Als Mitglied der wiedergegründeten "Rheinischen Sezession" stellt er von 1946−49 vornehmlich Gemälde und Aquarelle aus. |
| 1949 | Gründungsmitglied der "Neuen Rheinischen Sezession". "Der eigenwilligste (der das Ausstellungsbild bestimmenden Gruppe) ist Bruno Goller, die Führung der Gruppe liegt zweifellos bei L. G. Schrieber, der sich auch so reiche Talente wie Grote, Tenhold, Stuckert und Hoffacker nicht ganz entziehen können." (Anna Klapheck 1950) Erstmalig stellt Schrieber auch Skulpturen aus − im Studio Rasch in Wuppertal und in der Galerie Vömel in Düsseldorf . Das Kölner Wallraff−Richard−Museum erwirbt die Skulptur "Hockende", das Land NRW drei Gemälde. |
| 1950 | Schrieber erhält den Corneliuspreis der Stadt Düsseldorf − für Bildhauerei (den Preis für Malerei erhält sein Kollege und Freund Bruno Goller). Er lernt in Düsseldorf Brigitta Petersen kennen − seine künftige Lebensgefährtin. |
| 1951 | Schrieber erhält eine Berufung an die Berliner Hochschule für bildende Künste (als Nachfolger von Waldemar Grzimek). Er siedelt nach Berlin über. Zunächst übernimmt er eine Bildhauerklasse, Anfang der 60er Jahre auch eine Klasse für Malerei. Er ist befreundet mit Günter Grass, Karl Hartung, Ernst Schumacher, Heinz Trökes und anderen. |
| 1953 | Geburt des Sohnes Simon (der ebenfalls Bildhauer wird). |
| 1954 | Tympanon und Kreuzweg für die Petrus−Canisius−Kirche in Berlin−Charlottenburg, 1957 Portal, Kreuzigungsgruppe und Taufbecken für die St.−Ansgar− Kirche in Berlin−Tiergarten. |
| 1961 | Retrospektive im Haus am Waldsee in Berlin, 1964 im Badischen Kunstverein Karlsruhe. |
| 1966 | Stellvertretender Direktor und 1968 Direktor der Hochschule für bildende Künste in Berlin. |
| 1968 | Ausstellung im Kunstverein Hannover. |
| 1975 | Verleihung des Bundesverdienstkreuzes. Am 16. April stirbt Ludwig Gabriel Schrieber auf einer Reise in Nesselwang im Allgäu. Retrospektive in der Orangerie des Schlosses Charlottenburg in Berlin. Die Kunsthalle Düsseldorf übernimmt die Ausstellung. |
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Mädchenkopf 1951 Akazie (Kat.−Nr. 8) |
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| Niederrhein II1949 Aquarell (Kat.−Nr. 30) |
| Kürzlich starb mein Freund Ludwig Gabriel Schrieber. Ob er dem dummen Gips Form abgewann oder zur Scheibe Sellerie, auf dem
Elektrokocher gebraten, Filets vom Räucherfisch legte und über alles Rühreier (für sich, für mich) kippte, ob er stumm hinterm Glas
saß und mit dem kleinen Finger den Tropfen holte, um sich die Stirn zu kühlen, (...) ob er im Zorn mit den Zähnen knirschte oder den unbehauenen Stein streichelte, Lud blieb immer eindeutig: ein Mann, Brocken, Stier, Täter, der Engel, in Sünde gefallen. Günter Grass 1975, in: Der Butt |
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Häuser an der holländischen Grenze 1949 Aquarell (Kat.−Nr. 24) |
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| Liegender Kopf 1950 Bronze (Kat.−Nr. 6) |
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Kopf 1954 Linde (Kat.−Nr. 12) |
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| Festlicher Tag 1949 Öl auf Leinwand (Kat.−Nr. 20) |
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Kleines Spiegelbild 1952 Öl auf Leinwand (Kat.−Nr. 21) |
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| Stehende 1952 Eiche (Kat.−Nr. 9) |
| Lud fehlt mir. Wie mir Lud fehlt! Selbst im Streit... Selbst wenn wir uns mit den Fäusten... Lud und ich waren anstrengend miteinander befreundet... Günter Grass |
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Berliner Straße I 1952 Aquarell (Kat.−Nr. 32) |
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| Kleiner Kirschbaum 1953 Aquarell (Kat.−Nr. 34) |
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Gartentor 1950 Aquarell (Kat.−Nr. 29) |
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| Stehende (mit verschränkten Armen) 1952 Bronze (Kat.−Nr. 11) |
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Figuren im Raum 1952 Öl auf Leinwand (Kat.−Nr. 22) |
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| Garten (II) 1953 Aqaurell (Kat.−Nr. 36) |
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Kleinbildkatalog mit über 200 Abbildungen aller ausgestellten Werke und Preisen Euro 3,−− |
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EDUARD BARGHEER (1901−1979) Forio II 1957 Aquarell über Bleistift (Kat.−Nr. 20) |
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| MAX BECKMANN (1884−1950) Gähnende 1918 Radierung (Kat.−Nr. 29) |
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HEINRICH CAMPENDONK (1889−1957) Fischteller und Weinflasche 1926 Holzschnitt (Kat.−Nr. 42) |
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| OTTO DIX (1891−1969) Contessa 1962 Farblithographie (Kat.−Nr. 49) |
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FRITZ FEIGLER (1889−1948) Stilleben mit Katze um 1925 Öl auf Leinwand (Kat.−Nr. 52) |
| Erinnerungen an die erste Überblickausstellung Die Ausstellung, der dieses Kapitel gewidmet sein soll, trug den Titel "Überblick 1981/82", und im Untertitel des kleinen Kataloges lese ich: "300 Werke von 60 Künstlern". Dieser Untertitel bringt mein Blut sofort in Wallung, in Erinnerung an die Strapazen und Qualen, körperliche und seelische, die ich mit dieser Ausstellung durchgemacht habe. Dreihundert Werke, tatsächlich, wer kann ermessen, was das bedeutet, für eine kleine Galerie, deren Wände allenfalls sechzig Werke fassen? Dreihundert Werke, nicht in Mappen, nein, gerahmt, an den Wänden, das geht gar nicht, das ist unmöglich, das ist Wahnsinn. Genau, das ist Wahnsinn, aber das geht, das ist machbar, das haben wir gelernt, bei Meister Karsch in Berlin, in der Galerie Nierendorf. P.B. (Aus den unveröffentlichten Galeriememoiren) |
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WALTER GRAMATTÉ (1897−1929) Mädchen mit blauen Schuhen 1927 Öl auf Leinwand (Kat.−Nr. 67) |
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| GEORGE GROSZ (1893−1959) Louise und Evelyn 1926 Bleistift (Kat.−Nr. 72) |
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HANNAH HÖCH (1889−1978) Zeichen auf Rosa 1950 Fotomontage und Aquarell (Kat.−Nr. 97) |
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| MAX KAUS (1891−1977) Regenwolken 1923 Öl auf Leinwand (Kat.−Nr. 112) |
| Alptraumartig ist mir der Beginn der Hängeaktion unserer ersten Überblicksausstellung überdeutlich vor dem Auge der Erinnerung:
Ich sehe mich auf einem Graphikschrank stehen und versuchen mit nach oben gereckten Armen das erste Bild in der rechten oberen Ecke des Hauptraumes der Galerie
unter der Decke zu befestigen. P.B. (Aus den unveröffentlichten Galeriememoiren) |
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PAUL KÜHN (1885−1981) Rote Tulpen um 1920 Öl auf Leinwand (Kat.−Nr. 122) |
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CARL LOHSE (1895−1965) Ruhender Arbeiter um 1930 Öl auf Leinwand (Kat.−Nr. 138) |
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| EDMUND KESTING (1892−1970) Pendel 1922 Aquarell (Kat.−Nr. 116) |
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WOLFGANG NIEDERHAGEN (*1933) Nächtlicher Strand 1971 Öl auf Leinwand (Kat.−Nr. 157) |
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| OTTO PANKOK (1893−1966) Beerdigungstag 1925 Radierung (Kat.−Nr. 167) |
| Und irgendwann hatte ich meine erste Fünferreihe fertig, einigermaßen gerade. Aber ich schwor mir bei der Seele meines Künstlervaters
Carl und dem über den Wassern schwebenden Weltgeist meines Lehrmeisters Hegel, in Zukunft eine solch mörderische Überblicksausstellung zu verhindern.
Es gelang mir nicht ganz. 1982 und 83 gab es keine Überblicksausstellung. Aber dann 1985: da begann der regelmäßige Rhythmus des jährlichen
Überblicks. Jahr um Jahr wiederholte sich der Streß. Diese Ausstellung war Jahr um Jahr erfolgreich, bei den Kunden beliebt wegen der Vielfalt des
Angebots und wegen der großen Spanne der Preise − von hundert Mark aufwärts − , und für uns war sie eine gute Gelegenheit, Werke anzubieten,
die in keine monographische oder thematische Ausstellung paßten.
P.B. (Aus den unveröffentlichten Galeriememoiren) |
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CHRISTIAN ROHLFS (1849−1938) Tod und Kind um 1912/13 Linolschnitt, Handreiberdruck in Hell− und Dunkelgrün (Kat.−Nr. 179) |
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| WILHELM RUDOLPH (1889−1982) Die See um 1925 Holzschnitt (Kat.−Nr. 1187) |
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KARL SCHMIDT−ROTTLUFF (1884−1976) Christus 1918 Holzschnitt (Kat.−Nr. 195) |
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| GERT H.WOLLHEIM (1894−1974) Flatternde Ziegelsteine 1921 Aquarell, Silberbronze und Tusche (Kat.−Nr. 214) |
JANKEL ADLER − Im ExilArbeiten der Jahre 1933 bis 194917. November 2009 bis 30. Januar 2010 |
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Jankel Adler in seinem Londoner Atelier, um 1947 |
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KATALOG-PROSPEKT |
| Wer ist Jankel Adler? − "Ein jüdischer Künstler polnischer Nationalität, der in seiner deutschen Wahlheimat internationales Ansehen erlangt hatte, bevor ihn der Nationalsozialismus zur Flucht zwang..." So lesen wir im Vorwort des Kataloges zur großen Adler−Retrospektive, die 1985/86 in Düsseldorf, Tel Aviv und Lodz zu sehen war. |
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Selbst mit verschränkten Armen um 1943 Kugelstift (Kat.−Nr. 16) |
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| Selbstbildnis um 1940 Tuschpinsel (Kat.−Nr. 3) |
| 1895 wird Jankel Adler in Polen in der Nähe von Lodz geboren als achtes von 10 Kindern einer streng−gläubigen jüdischen Familie. 1913 kommt er nach Deutschland, wo er zunächst in Wuppertal bei Geschwistern lebt und an der Kunstgewerbeschule bei Gustav Wiethüchter studiert. Ab 1920 lebt er in Düsseldorf, verkehrt im Kreise des "Aktivistenbundes" und bei Johanna Ey und entwickelt sich zu einem der wichtigsten Künstler des "Jungen Rheinland". Seine von ostjüdischer Mystik und westeuropäischer Formensprache geprägten Bilder beeindrucken nicht nur seine rheinischen Künstlerkollegen, sondern lassen ihn zu einem jüdischen Künstler von europäischem Rang werden. |
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Nachdenkende und stehendes Mädchen um 1940 Bleistift (Kat.−Nr. 7) |
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| Kopf eines Mädchens mit langem Haar um 1940 Tuschpinsel (Kat.−Nr. 5) |
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Auf einem Stuhl Sitzende um 1940 Bleistift (Kat.−Nr. 10) |
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| Großer Kopf um 1940 Tusche (Kat.−Nr. 9) |
| 1933 flieht Adler auf Anraten seiner Freunde von Düsseldorf nach Paris. 1935 geht er nach Polen, wo die erste große Einzelausstellung Adlers stattfindet. 1937−39 lebt er wieder in Frankreich. Nach dem deutschen Überfall auf Polen meldet er sich 1940 freiwillig zur polnischen Exilarmee in Frankreich und kommt mit dieser nach Großbritannien. 1941 aus gesundheitlichen Gründen aus der Armee entlassen, lebt er bis 1943 in Glasgow, Schottland. 1943 übersiedelt er nach London, wo er zu einer einflußreichen Figur innerhalb der jungen britischen Künstlerszene wird. 1949 erliegt Jankel Adler 53jährig einem Herzinfarkt in London. |
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Stehende und Skulptur um 1945 Bleistift (Kat.−Nr. 47) |
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| Mädchenakt im Tub um 1945 Aquarell (Kat.−Nr. 39) |
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Figürliche Szene (im Mondschein) um 1945 Aquarell, Tusche und Farbstifte (Kat.−Nr. 42) |
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| Mädchen am Tisch um 1945 Graue Deckfarbe (Kat.−Nr. 40) |
| Adlers Bilder und Arbeiten auf Papier der Jahre 1933 bis 1949, die wir hier zeigen, sind eindrucksvolle Dokumente einer künstlerischen Selbstbehauptung und Selbstfindung im Exil. Die Mehrzahl der hier ausgestellten Werke entstammen dem Londoner Nachlaß des Künstlers und werden erstmalig öffentlich gezeigt. |
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Weibliche Figur in Braun und Blau um 1947 Aquarell (Kat.−Nr. 57) |
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| Liegende 1945 Deckfarben (Kat.−Nr. 48) |
| Betrachtet man eine für Adlers Gesamtwerk typische Thematik wie die weibliche Gestalt, die im Frühwerk streng und unnahbar, verschlossen
und unberührbar ins Bild tritt, so offenbaren die späten Blätter eine überraschende Spontaneität, Direktheit und
Sinnlichkeit, mit der sich Adler der weiblichen Gestalt in ihrer Körperlichkeit bemächtigt, getrieben von einer ungestümen, nicht
minder sinnlichen Pinselführung. Bei dieser Form und Inhalt bestimmenden Sinnlichkeit bleibt Adler jedoch nicht stehen, sein ästhetisches Bemühen zielt weiter, es zielt auf die absolute Form, es ist der Versuch, der weiblichen Gestalt, der liegenden, stehenden oder sitzenden Figur formale Geschlossenheit, figurative Einfachheit und plastische Monumentalität zu verleihen. P.B. (Aus dem Katalog der Jankel−Adler−Ausstellung 1985/86) |
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Große Figurengruppe um 1948 Öl auf Leinwand (Kat.−Nr. 60) |
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KATALOG-PROSPEKT |
| Initialzündung für die Ausstellung war ein Bild von Carl Barth aus dem Jahre 1949 mit dem Titel Antlitz und Köpfe. Es zeigt drei Köpfe frontal dem Betrachter zugewandt: in der Mitte einen Christuskopf, flankiert von zwei Soldatenköpfen rechts und links. Dieses Nebeneinander und Miteinander von leidendem Antlitz und martialisch−versteinerten Gesichtern brachte uns auf die Idee, eine ganze Ausstellung dem menschlichen Antlitz zu widmen und die mannigfachen Ausprägungen und Ausdrucksformen des Gesichts auszuloten. Es schien uns eine lohnende Aufgabe, dem Thema des Kopfes, des Gesichts als wesentlichem Teil der künstlerischen Menschendarstellung nachzugehen und das Angesicht des Menschen als Spiegel der Seele, aber auch als Grundform künstlerischer Gestaltung in Bildern, Zeichnungen und Druckgraphiken zur Anschauung zu bringen. |
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CARL BARTH (1896−1976) Antlitz und Köpfe 1947 Tempera auf Leinwand (Kat.−Nr. 8) |
| So kann man nun in dieser Ausstellung von Angesicht zu Angesicht schreiten und nicht nur die unterschiedlichsten Physiognomien betrachten und vergleichen, sondern auch die vielfältigen künstlerischen Methoden studieren, die Gesichtszüge eines Menschen zu erfassen und darzustellen. |
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CONRAD FELIXMÜLLER (1897−1977) Selbstbildnis mit Zeichenstift 1927 Holzschnitt (Kat.−Nr. 34) |
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| MAX BECKMANN (1884−1950) Der Ausrufer 1921 Radierung (Kat.−Nr. 12) |
| Im ersten Raum der Ausstellung finden wir ausschließlich Selbstbildnisse der Künstler, denn die Darstellung des eigenen Gesichts, die Erforschung der eigenen Identität war für die Künstler eine hervorragende Aufgabe der Selbstfindung und Realitätserfahrung. Hier finden wir Selbstbildnisse von Max Beckmann und Otto Dix, Otto Pankok und Gert Wollheim, Conrad Felixmüller und Jankel Adler, Karl Schwesig und Walter Gramatté, Hannah Höch und anderen. |
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WALTER GRAMATTÉ (1897−1918) Selbst als Katze 1923 Aquarell (Kat.−Nr. 39) |
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| GOTTFRIED BROCKMANN (1903−1983) Selbstbildnis mit Muschel 1951 Tempera auf Hartfaser (Kat.−Nr. 19) |
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KARL SCHWESIG (1898−1955) Selbstbildnis für Gert Wollheim 1921 Linolschnitt (Kat.−Nr. 94) |
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OTTO PANKOK (1893−1966) Selbstbildnis (schmal) 1942 Holzschnitt (Kat.−Nr. 68) |
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CONRAD FELIXMÜLLER (1897−1977) Mein Vater 1919 Bleistift (Kat.−Nr. 29) |
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| OTTO DIX (1891−1969) Lorenz Nierendorf 1923 Aquarell, Bleistift und Deckfarben (Kat.−Nr. 22) |
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| Die 20er Jahre − die wesentliche Zeit unserer Ausstellung − beginnen nach dem Ersten Weltkrieg plakativ mit Schmidt−Rottluffs großem in Holz geschnittenem Christus−Kopf. Exemplarische Bildnisse reihen sich nun aneinander, Beckmanns Radierung Die Gähnenden, Otto Dixens aquarelliertes Porträt Lorenz Nierendorf, Felixmüllers Zeichnung Mein Vater, Walter Opheys Geistlicher Herr, Karl Schwesigs Marineporträt, Gert Wollheims Theaterdirektor. Mit Felixmüllers Industriearbeiter, Franz Wilhelm Seiwerts Demonstration: Arbeit − Brot und Käthe Kollwitz' Gefangenen, Musik hörend wird das Gesicht der sozialen Unruhen und Kämpfe der 20er Jahren erkennbar, George Grosz steuert die Gesichter des Großbürgertums unter dem Titel Parasiten bei. |
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KARL SCHWESIG (1898−1955) Marineporträt 1930 Öl auf Leinwand (Kat.−Nr. 83) |
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| KÄTHE KOLLWITZ Gefangene, Musik hörend II 1925 Lithographie (Kat.−Nr. 50) |
| CONRAD FELIXMÜLLER (1897−1977) Fabrikarbeiter (Arbeitsinvalide) 1921 Holzschnitt (Kat.−Nr. 31) |
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| WALTER OPHEY (1882−1930) Geistlicher Herr (Der Religionslehrer Professor Haken) 1917/18 Öl auf Leinwand (Kat.−Nr. 63) |
Das Gesicht der 30er Jahre wird mit Karl Schwesigs Häftlingsporträts von 1933 eingeführt. Hannah Höchs großes Gemälde Angst muß hier erwähnt werden ebenso wie Otto Pankoks Zigeunerbildnisse. |
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OTTO PANKOK (1893−1966) Politischer Häftling 1933 Kohle (Kat.−Nr. 89) |
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| ERNST BURSCHE (1907−1989) Frauenbildnis 1935 Öl auf Holz (Kat.−Nr. 20) |
| In der Nachkriegszeit rückt die internationale Moderne wieder ins Blickfeld. Picassos "Frauenbildnis" von 1955 steht für diese
Entwicklung, die für die deutsche Kunst neue Entfaltungsmöglichkeiten bietet. Carl Barths Gemälde "Neptun" von 1961 und
Horst Antes' Aquarell "Paar im Raum" von 1964, die unsere Ausstellung beschließen, können diese Entwicklung nur andeuten. In den 100 Werken dieser Ausstellung, Köpfen, Gesichtern, Selbstbildnissen und Porträts blicken wir in das Gesicht fast eines ganzen Jahrhunderts, in ihnen spiegelt sich nicht nur die individuelle, sondern auch die gesellschaftliche Geschichte von Menschen. Wir blicken wir in das Gesicht des 20. Jahrhunderts − von Angesicht zu Angesichts. |
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HORST ANTES (geb. 1936) Paar im Raum 1964 Aquarell (Kat.−Nr. 6) |
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| CARL BARTH (1896−1976) Neptun 1961 Öl auf Leinwand (Kat.−Nr. 10) |
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Kleinbildkatalog mit über 200 Abbildungen aller ausgestellten Werke und Preisen Euro 3,−− |
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HORST ANTES (geb. 1936) Kopffüßler und blauer Vogel 1963 Aquarell und Tusche (Kat.−Nr. 14) |
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| GERD ARNTZ (1900−1988) théatre 1924 Holzschnitt (Kat.−Nr. 18) |
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LYONEL FEININGER (1871−1956) Architektur 1963 Holzschnitt (Kat.−Nr. 58) |
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| CARL BARTH (1896−1976) Amerikanerin 1963 Öl auf Leinwand (Kat.−Nr. 26) |
Jedes Frühjahr wieder sehnlichst erwartet wird der kleinformatige Überblickskatalog, der in jede Damenhandtasche und jedes Herrenjacket paßt und der − wie uns hinter vorgehaltener Hand berichtet wird − an jedem Ort und auf jedem Örtchen studiert werden kann. Aus dem Vorwort des Kataloges "25 Jahre Remmert und Barth" |
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FRANZ M. JANSEN (1885−1958) Frühling in der Großstadt 1926 Holzschnitt (Kat.−Nr. 113) |
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| WALTER GRAMATTÉ (1897−1929) Sterbender Wald I 1922 Öl auf Leinwand (Kat.−Nr. 80) |
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FRANZ M. JANSEN (1885−1958) Sonntag in Döbeln 1921 Radierung (Kat.−Nr. 120) |
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| PAUL KÜHN (1885−1981) Gasse in Wuppertal−Elberfeld 1919 Öl auf Karton (Kat.−Nr. 125) |
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WALTER OPHEY (1882−1930) Schloß Pyrmont um 1920 Farbkreiden (Kat.−Nr. 143) |
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| CHRISTIAN ROHLFS (1849−1938) Die Rückkehr des verlorenen Sohnes 1916 Holzschnitt (Kat.−Nr. 156) |
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KATALOG-PROSPEKT |
Ein rheinisches Sammler-Ehepaar P.B. |
Gerd Arntz, 1924 (Foto August Sander) |
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GERD ARNTZim Kreise von Freunden und KollegenJankel Adler Gottfried Brockmann Otto Freundlich 25. November 2008 bis 31. Januar 2009 |
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KATALOG |
GERD ARNTZ gehört zum Kreis der sogenannten "Kölner Progressiven" um Franz Wilhelm Seiwert und Heinrich Hoerle, die in
den 1920er Jahren mit einem politisch motivierten figurativen Konstruktivismus in die europäische Kunstszene eingriffen. |
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GERD ARNTZ Feierabend 1931/1979 Holzstock, bemalt (Kat.−Nr. 5) |
"Nachdem die Aufstände an Rhein und Ruhr unterdrückt worden waren, kehrte ich
nur langsam zurück zu meinem Leben an der Kunstschule und zum Holzschneiden. Inzwischen hatte ich den Maler Jankel Adler kennengelernt. Unsere Freundinnen
Agnes Thubeauville und Betty Kohlhaas wohnten im selben Haus. Durch Adler machte ich im Herbst 1920 flüchtig Bekanntschaft mit den Kölner Malern, die
damals die Gruppe "stupid" bildeten. Es waren Heinrich Hoerle und seine Frau Angelika, Franz W. Seiwert und das Ehepaar Räderscheidt. Gerd Arntz, 1970er Jahre |
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JANKEL ADLER (1895−1949) Sitzender weiblicher Akt um 1927 Tusche, Sand und Gips auf Papier (Kat.−Nr. 24) |
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| GOTTFRIED BROCKMANN (1903-1983) Aus einem Topf Essende 1924 Bleistift (Kat.−Nr. 30) |
"Ich hatte vor, einen Totentanz zu schneiden und stürzte mich 1950 bei Ausbruch der Korea−Krise, fürchtend, daß ein neues Disaster vor der Tür stünde und ich nicht fertig würde, auf die 12 geplanten Linolschnitte. Aufs neue war ich zurückgekehrt zur Gesellschaftskritik. Die 'Einkleidung' war nicht nach historischen Vorbildern, sondern zeitgemäß. Eine Warnung vor der 'Bombe'." Gerd Arntz, 1970erJahre |
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| GERD ARNTZ TOTENTANZ 1950 | |||||||
| a | Tanz der Nationen In der Stadt Im Dorf |
b | Die Gelehrten Die Künstler Die Angestellten |
c | Die Regierenden Die Händler Die Arbeiter |
d | In der Luft Auf der Erde Im Wasser (Kat.−Nr. 8) |
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MARTA HEGEMANN (1894−1970) Die Lampe 1926 Aquarell (Kat.−Nr. 38) |
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| FRANZ W. SEIWERT Die Fabrik 1923 Linolschnitt (Kat.−Nr. 49) |
"Um etwas zu meinen Arbeiten zu schreiben: Seit 1920 zerreiße ich alles was nicht auf Holz gezeichnet ist und nicht geschnitten werden kann. Das Material liegt mir sehr, weil, abgesehen davon, daß das Schneiden sehr schön ist, mir das Holz die Möglichkeit bietet, durch ausgehobene höhere und tiefere Flächen und Linien mein plastische Gefühl zu befriedigen. Das Drucken kommt bei mir als zweites. Da ich überhaupt fast nur Graphiker bin und mich in der Zeichnung ganz auf Schwarz−Weiß mit wenigen Abstufungen beschränke, mußte ich zum Holzschnitt gelangen, wie er auch der heutigen Form entgegen− kommt. Doch faßte ich ihn nicht als reines Reproduktionsmittel an und lange arbeitete ich nur die Stöcke, ohne Abzüge machen zu wollen. Der Wunsch, fest und dauerhaft zu arbeiten, brachte mich dahin, womit ich nicht die Haltbarkeit durch Jahrhunderte meine, denn ich bin froh, das Holz schneller kaputt geht als Eisen und Stein. Es existiert schon so viel was schneller verschwinden sollte; vielleicht helfen diese Drucke neben anderem dazu mit." Gerd Arntz, 1925 |
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FRANZ W. SEIWERT (1894-1933) Madonna 1918 Holzschnitt (Kat.−Nr. 47) |
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| HEINRICH HOERLE (1895-1936) 1927 Mischtechnik (Kat.−Nr. 45) |
"Gerd Arntz schneidet in seine Platten Bilder der Arbeit und Bilder der Arbeitenden: Streckenarbeiter, Schleppkähne, Eisenbahnen, Hinterhäuser, Vorstadtzäune, Arbeiterkolonie, dazwischen das Vorstadttheater und 'An Amerika'. Er schneidet das alles mit einem in Deutschland ungewohnten Mangel an Sentimentalität. Einfach, Tatsache, so ist es. Dabei in der Form vereinfacht bis zum Symbol." Franz W. Seiwert über Gerd Arntz, 1925 |
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GERD ARNTZ Das Jahr 1956 Linolschnitt (Kat.−Nr. 12) |
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| GERD ARNTZ Television 1967 Linolschnitt (Kat.−Nr. 19) |
"Gerd Arntz hat eine sichere Hand. Wenn er seine Holzschnitte macht, so zieht das Messer die geraden Linien durch, haarscharf, bis ans Ende. Die schwarzen Flächen sind herausgemeißelt und stehen hart und fest da. Die Holzschnittplatte ist gearbeitet wie ein gutes Relief. In seinem Blut pulst das Blut alter Handwerkerfamilien, die exakt arbeitende Werkzeuge bauten. Im Mittelalter hätte er in Brabant gesessen und große Tafeln geschnitzt in Chorstühlen und Altären. Man muß seine Holzplatten in die Hand nehmen, sie fühlen sich an wie gutes altes Handwerk. Es überträgt sich durch sie eine Spannung auf unseren Körper, eine wohltuende Wärme, die uns den Arbeitsprozeß bei der Entstehung des Werkes nachfühlen lä ßt. Dabei ist das, was er arbeitet, nicht entgegenkommend, es ist genau so hart wie das Holz. Es verlangt zunächst mehr von dem Betrachter, als es einfach gibt. Und erst wenn der Betrachter den Willen zeigt, einzudringen und mitzuarbeiten am Werk, zeigt sich ihm die Schönheit und Ausgeglichenheit seiner inneren Struktur." Franz W. Seiwert über Gerd Arntz, 1925 |
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Gerd Arntz, um 1980 |
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Gottfried Brockmann, 1924 |
GOTTFRIED BROCKMANN1903 bis 1983Ausgewählte Werke9. September bis 8. November 2008 |
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KATALOG mit einem Text des Künstlers sowie Texten von Uli Bohnen und Jan Brockmann 112 Seiten mit 140 Abbildungen (alle Werke sind verkäuflich, Preisliste anbei) Format 24 x 17 cm, gebunden mit Schutzumschlag Euro 16,−− (Bestell-Nr. 1042) Wir weisen darauf hin, daß auch unser 2006 erschienener Katalog Gottfried Brockmann 1903−1983 Gemälde und Arbeiten auf Papier noch verfügbar ist (Bestell-Nr. 1039 / Euro 14,−−) |
140 Arbeiten werden gezeigt, aus den Jahren 1922−1960, Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Druckgraphiken und Drahtplastiken. |
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Mütterliche Geborgenheit 1922 Bleistift (Kat.−Nr. 14) |
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Sitzende im Raum 1922 Bleistift (Kat.−Nr. 12) |
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Friseur−Attrappe II um 1923 Bleistift, aquarelliert (Kat.−Nr. 23) |
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Drahtfigurine II 1923 Bleistift (Kat.−Nr. 17) |
Gottfried Brockmann ist einer der eigenwilligsten Weggefährten der Kölner Dadaisten und Konstruktivisten. Max Ernst und Anton Räderscheidt, Franz W. Seiwert und Heinrich Hoerle prägten seine künstlerische Entwicklung in den 1920er Jahren. Brockmanns konstruktiver Realismus hat ebenso naive wie "magische" als auch surrealistische Züge. Brockmann erfaßt die Welt kritisch und ironisch, ohne den Dingen und Figuren ihren Zauber, ihre Hintergründigkeit und ihr Geheimnis zu rauben. |
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Figurinen im Raum 1925 Mischtechnik (Kat.−Nr. 36) |
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| Sitzende Figurinen auf einer Bank 1925 Deckfarben und Tusche (Kat.−Nr. 37) |
Geboren 1903 in Köln, lernt Brockmann 1920 Heinrich Hoerle kennen, wird sein Schüler und entwickelt seine eigene Kunstauffassung in enger
Verbindung und kritischer Auseinandersetzung mit der sich bildenen "Gruppe Progressiver Künstler" um Hoerle und Seiwert. |
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Der Prinzipienreiter (Steckenpferd) um 1928 Tusche (Kat.−Nr. 80) |
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Der Illusionist um 1928 Tusche (Kat.−Nr. 82) |
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Tiere (Sechs Skizzen) um 1928 Tusche, Farb− und Bleistift sowieCollage auf einen Karton montiert (Kat.−Nr. 89) |
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| Hahn 1930 Blei− und Farbstift auf Pergamin (Kat.−Nr. 102) |
"1926−1932 in den Jahren meiner Ausbildung an der Düsseldorfer Akademie tritt der sozialengagierte Zug in meinen Arbeiten zurück.
Ironie und Skepsis werden erkennbar, Reaktion auf die Schwächen der Weimarer Republik, die ihre revolutionären Impulse mehr und mehr
verlor. Als sich der Nationalsozialismus ankündigte, draußen und in der Akademie, wurde ich politisch wieder aktiver... 1932 war mir
aus Prag die Trotzki'sche Schrift "Wie wird der Nationalsozialismus geschlagen" zugesandt worden. Der darin aufgezeigte Weg schien mir
richtig. Wir propagierten den Generalstreik und hofften auf eine gemeinsame Front der beiden sozialistischen Parteien gegen Hitler. Gottfried Brockmann, 1978 |
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Das Rote Meer 1934 Mischtechnik auf Malkarton (Kat.−Nr. 113) |
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| "Deus ex machina" 1935 Tempera auf Malkarton (Kat.−Nr. 114) |
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Lehrstück: Niederländische Küche 1951 Tempera auf Hartfaser (Kat.−Nr. 5) |
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| "Dilldopp" (Kreisel) um 1955 Collage und Mischtechnik auf Karton (Kat.−Nr. 131) |
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Kleinbildkatalog mit über 190 Abbildungen (aller ausgestellten Werke) und Preisen Euro 3,−− |
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JANKEL ADLER (1895−1949) Sitzender bärtiger Mann mit Mütze um 1924 Radierung (Kat.−Nr. 3) |
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| CARL BARTH (1896−1976) Blaue Nacht im Gebirge 1959 Öl auf Leinwand (Kat.−Nr. 15) |
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GOTTFRIED BROCKMANN (1903−1983) Nachdenkender 1922/23 Bleistift (Kat.−Nr. 22) |
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| OTTO DIX (1891−1969) Begräbnis 1922 Radierung (Kat.−Nr. 35) |
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CONRAD FELIXMÜLLER (1897−1977) Regentag 1921 Lithographie (Kat.−Nr. 46) |
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| ADOLF HOELZEL (1853−1934) Verkündigung an die Hirten um 1925 Pastell (Kat.−Nr. 95) |
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EWALD MATARÉ (1887−1965) Hahn 1930 Holzschnitt (Kat.−Nr. 124) |
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| HEINRICH NAUEN (1880−1940) Zinnien in schwarz−weißer Vase um 1930 Öl auf Leinwand auf Holz (Kat.−Nr. 127) |
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GERT H. WOLLHEIM (1894−1974) Eine Dienstmagd zu Tode gemartert 1921 Aquarell, Farbstifte, Tusche und Collage (Kat.−Nr. 185) |
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| GERT H. WOLLHEIM Der Streit 1920 Tusche (Kat.−Nr. 189) |
Die fantastische Welt der Hannah HöchDie Puppe Balsamine und der Zauberbusch22. Januar bis 10. April 2008 |
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Hannah Höch, 1915 |
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KATALOG mit Texten der Künstlerin , einer biographischen Dokumentation mit 30 Abbildungen, einer Einführung von Peter Barth sowie dem Original−Linolschnitt "Spiegelung", um 1965 144 Seiten, 120 Werkabbildungen von Hannah Höch, 20 Werkabbildungen von Raoul Hausmann Format 24 x 17 cm in Leinen gebunden mit Schutzumschlag (alle Werke sind verkäuflich, Preisliste anbei) Euro 28,−− (Bestell-Nr. 3007) |
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Hannah Höch, geboren 1889 in Gotha in Thüringen, gestorben 1978 in Berlin, zählt zu den
großen deutschen Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Als einzige weibliche Mitstreiterin in der Berliner Dada−Bewegung um 1920, an der Seite von Raoul Hausmann und befreundet mit Kurt Schwitters, war sie an der Entwicklung der dadaistischen Kunstform der Fotomontage wesentlich beteiligt. Hannah Höch hat ein Lebenswerk geschaffen, das faszinierend ist in seiner Vielfalt und eine künstlerische Souveränität offenbart, der die unterschiedlichsten Techniken, Stile und Materiali-en zur Verfügung standen. Expressive und konstruktive, kubistische und surrealistische, neu−sachliche und abstrakte Bildfindung beherrschte sie gleichermaßen. Der Kunstform der Fotomontage blieb sie bis zu ihrem Lebensende treu. Hannah Höch "malte" mit Pinsel, Feder und Schere. Das Prinzip der Collage und Montage war ihr künstlerisches Lebensprinzip. Internationale Anerkennung errang ihr Werk in den letzten dreißig Jahren durch museale Ausstellungen in London, Paris, Mailand, Berlin, Kyoto, Los Angeles, New York und Madrid. Derzeit ist eine repräsentative Hannah−Höch−Ausstellung in Basel/Schweiz im Museum Tinguely zu sehen (Januar bis April 2008). Der vorliegende Katalog enthält 120 Werkabbildungen von Hannah Höch, 20 von Raoul Hausmann und 30 dokumentarische Abbildungen, Texte der Künstlerin zum Begriff der "Fantastischen Kunst" und der "Fotomontage" sowie eine Einführung von Peter Barth. Außerdem ist der Katalog mit einem Original−Linolschnitt ausgestattet. |
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RAOUL HAUSMANN (1886−1971) Hannah Höch mit Hut I 1915 Tusche (Kat.−Nr. 121) |
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| Hannah Höch mit Hut II 1915 Tusche (Kat.−Nr. 122) |
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Raoul Hausmann und Hannah Höch Berlin 1915 |
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RAOUL HAUSMANN (1886−1971) Hannah − Stehender Akt 1916 Kreide (Kat.−Nr. 126) |
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| Hannah Höch 1915 Holzschnitt (Kat.−Nr. 125) |
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Hannah Höch: Mit der Schere in die Kunstgeschichte
"Ihre Position in der deutschen Kunst des 20. Jahrhunderts hat sich Hannah Höch mit der Schere erobert: Die Künstlerin ist Schöpferin oft grotesker Fotocollagen auf der Grenzlinie zwischen Komik und surrealer Abgründigkeit. Das allerdings viel facettenreichere Lebenswerk von Hannah Höch (1889−1978) aus rund 60 Schaffensjahren breitet vom 22. Januar bis 10. April die Düsseldorfer Galerie Remmert und Barth aus. Die museumswürdige Werkschau der selten, aber dennoch international präsentierten Künstlerin zeigt etwa 130 Zeichnungen, Grafiken, Gemälde und eine Reihe ihrer Montagen zwischen Konstruktivismus und Expressionismus, Neuer Sachlichkeit und abstrakten Bildfindungen." dpa Düsseldorf, 21. Januar 2008 |
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| Der schöne Vogel | Der Lauscher | Das Vogeltribunal |
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Zu einem Märchen 1945/46 5 Aquarelle (Kat.Nrn. 56-60) |
| Die Kutschfahrt | Der kranke Frosch in der Spielzeugwerkstatt |
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Gegengift Fantasie
Susanne Schreiber "Bubikopf und große, fragende Augen, avantgardistisch und unbestechlich: So sah sich Hannah Höch (1889-1978) in einem Selbstporträt von 1929. Es transportiert auch ihre wilde Entschlossenheit, die Kunst zu erneuern und sie vor den Spießern zu bewahren. Das 'Selbstbildnis' ist eines der Hauptwerke der facettenreichen Ausstellung 'Die fantastische Welt der Hannah Höch' in der Galerie Remmert und Barth in Düsseldorf." HANDELSBLATT, 8./9./10. Februar 2008 |
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Zauberbusch 1955 Fotomontage und Deckfarben (Kat.−Nr. 14) |
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| Der rote Kopf 1964 Fotomontage (Kat.−Nr. 15) |
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Eine ewig Lernende
Klaus Sebastian "'Ich habe alles gemacht − und mich um Handschrift und Merkmal nie gekümmert', bekannte Hannah Höch einmal. Weil sie sich dagegen sträubte, einen für den Kunstmarkt tauglichen, unverwechselbaren Stil zu entwickeln, blieb ihr schließlich auch die ganz große Karriere versagt... Die Ausstellung bei Remmert und Barth spiegelt denn auch die ganze Vielseitigkeit des Oeuvres wider: Von den Dada−Puppen (auf einer Fotografie) über Katzenzeichnungen, konstruktivisten Versuchen, surrealen Aquarellen, Holzschnitten, Fotocollagen und Kriegsanklagen − Höch hat sich tatsächlich an allem versucht... wie eine ewig Lernende bewahrte sich die Höch bis ins hohe Alter ihre Neugier und ihr Vertrauen auf die Kraft der Phantasie. 'Phantastische Kunst' empfand sie freilich nicht als Flucht aus der Wirklichkeit, sondern als Angriff auf die Unvollkommenheit der gesellschaftlichen Verhältnisse." RHEINISCHE POST, 3. März 2008 |
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Statik um 1955 Öl auf Leinwand (Kat.−Nr. 7) |
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Vorüberzeihende Form (Farbige Zeichnung IV aus der Serie 0) 1961 Aquarell und Tusche (Kat.−Nr. 70) |
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| Geschlossene Form (Farbige Zeichnung V aus der Serie 0) 1961 Aquarell und Tusche (Kat.−Nr. 71) |
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Mausoleum für eine Utopie 1967 Öl auf Leinwand (Kat.−Nr. 8) |
GROSSES EY WIR LOBEN DICHJohanna Ey und ihr Künstlerkreis4. September bis 17. November 2007 |
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Johanna Ey, 1929 |
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KATALOG 180 Seiten, 200 Werkabbildungen, davon 66 in Farbe, 60 dokumentarische Abbildungen, mit einem Text von Peter Barth Format 24 x 17 cm in Leinen gebunden mit Schutzumschlag Euro 35,−− |
Mit Werken von Jankel Adler, Carl Barth, Adam Bastian, Curt Beckmann, Gottfried Brockmann, Trude Brück, Heinrich Campendonk, Theo Champion, Otto Dix, Alois Erbach, Max Ernst, Fritz Feigler, Conrad Felixmüller, Otto Freundlich, Richard Gessner, Werner Gilles, Bruno Goller, Otto Griebel, Adolf de Haer, Lisa Hartlieb−Rilke, Heinrich Heckroth, Marta Hegemann, Werner Heuser, Heinrich Hoerle, J. B. Hermann Hundt, Heinrich Kamps, Arthur Kaufmann, Will Küpper, Curt Lahs, Ulrich Leman, Julo Levin, Peter Ludwigs, Marie von Malachowski−Nauen, Heinz May, Heinrich Nauen, Walter Ophey, Otto Pankok, Robert Pudlich, Anton Räderscheidt, Hans Rilke, Christian Rohlfs, Jean Paul Schmitz, Werner Schramm, Karl Schwesig, Jacobo Sureda, Zoltan Székessy, Adalbert Trillhaase, Siegfried Trillhaase, Adolf Uzarski, Eberhard Viegener, Heinz Wever und Gert H. Wollheim |
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Otto Dix und Johanna Ey in Düsseldorf, 1924 Foto: Hehmke-Winterer | |
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JOHANNA EY (1864−1947) war in den 1920er Jahren Kunsthändlerin in Düsseldorf.
Als "meistgemalte Frau Deutschlands" ging sie in die Kunstgeschichte ein. Als "Mutter Ey"
wurde sie zur Legende − eine rundliche Frau um die Sechzig, aus einfachen Verhältnissen, mit Verständnis
für die materiellen und persönlichen Nöte ihrer Künstler. Seit 1916 betrieb Johanna Ey eine
Kunsthandlung für die konservative "Düsseldorfer Malerschule". Durch den Kontakt mit den aus dem
Ersten Weltkrieg heimkehrenden jungen rebellischen Künstlern − vor allem Otto Pankok und Gert Wollheim −
entwickelte sie sich zur Kunsthändlerin für eine fortschrittliche "neue Kunst". 1921 zeigte sie
die erste Einzelausstellung von Max Ernst in Deutschland. 1922 zog auf ihre Einladung hin Otto Dix von Dresden nach
Düsseldorf. Ihr "Laden" mit dem Firmenschild NEUE KUNST FRAU EY wurde zum Zentrum der gesamten
rheinischen Künstler−Avantgarde. |
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OTTO DIX (1891−1969) Johanna Ey als rettender Engel 1922 Tusche (Archiv Remmert und Barth) |
grosses ey wir loben dich max ernst, 1929 |
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JANKEL ADLER (1895−1949) Sitzende am Tisch um 1928 Bleistift (Kat.−Nr. 4) |
Deine Augen sind die leuchtenden, Erquickung spendenden Signale Gert H. Wollheim, 1921 |
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OTTO DIX (1891−1969) Zirkusscene 1923 Aquarell und Collage (Kat.−Nr. 39) |
In der Düsseldorfer Altstadt fehlt ein Denkmal. Es sollte nicht weit von der Kunstakademie stehen, nicht weit von dem Haus Ratinger Straße 45, in dem der Dichter Immermann gelebt hat und gestorben ist und in dem Johanna Ey im Jahre 1910 ihre Bäckereifiliale eröffnete. Nicht viele Städte können sich rühmen, eine Person beherbergt zu haben, die so unzertrennlich ist von ihrer Geschichte wie Johanna Ey, und es gibt wenig Personen, die wie sie der Dankbarkeit ihrer Freunde so gute Gelegenheit geben, ihr ein Denkmal zu errichten. Heinrich Böll, 1960 |
Johanna Eys Herz schlug für die Leidenden und Unterdrückten, von den "reinen Formen" verstand sie nicht viel. Instinktiv begriff sie, was Otto Dix mit seinen Schützengrabenbildern, Wollheim mit seinem "Verwundeten" sagen wollte. Sie empfand auch, wie sie es in ihrer unverbildeten Sprache ausdrückte, früh das "Unheimliche" in den Bildern von Max Ernst und wagte als erste, sie auszustellen. Anna Klapheck, 1977 |
| ROBERT PUDLICH (1905−1962) Porträt Johanna Ey 1930 Öl auf Holz (Kat.−Nr. 127) |
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Im Gegensatz zu gewitzten Kunsthändlern wie Karl und Joseph Nierendorf, Andreas Becker oder Alfred
Flechtheim hatte die legendäre Mutter Ey aus Düsseldorf all ihre mütterlichen Gefühle von
ihrem betrunkenen Braumeister und zwölf Kindern auf die kämpfenden Avantgarde-Künstler
übertragen, wo immer sie zu finden waren. Jimmy Ernst, 1984 |
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Großes Ey, wir loben dich!
Ulrike Merten Als rettender Engel schwebt Johanna Ey herbei − ein freundliches Lächeln im runden Gesicht, einen 2000er−Schein in der Hand. Mit wenigen Strichen illustrierte Otto Dix um 1922 seine Dankespost an Düsseldorfs legendäre Kunsthändlerin. Und umriß so ihre Schlüsselrolle: Eben nicht die naive, Brötchen schmierende, ihre mageren Künstler mit Kuchen fütternde "Mutter Ey". Sondern die toughe Geschäftsfrau mit Instinkt für Qualität und Mut zur jungen, provokanten Kunst. "Ohne Johanna Ey hätte Dix nicht überleben können", betont Galerist Peter Barth. "Ebenso Max Ernst. Als der 22 nach Paris ging, war das ein ganz armer Schlucker." Ey nahm einen kapitalen Kredit auf und kaufte ihm alle frühen wichtigen Werke ab, darunter "Rendevous der Freunde" oder "Die schöne Gärtnerin", und Ernsts Vierzeiler zählt längst zum Bonmot−Schatz der Kunstgeschichte: "grosses ey wir loben dich / ey wir preisen deine staerke / vor dir neigt das rheinland sich / und kauft gern und billig deine werke"... Professor Ulrich Krempel, Direktor des Sprengel−Museums Hannover, hat seine Eröffnungsworte noch nicht gesprochen, da sind bereits 20 Werke per Telefon nach Berlin, München und Köln verkauft − an Sammler, die sich über den vorab verschickten Katalog orientiert haben. "Die 20er Jahre sind eine nach wie vor gefragte Zeit", sagt Remmert. "Es ist unsere gelebte Geschichte, sie berührt immer noch". NEUE RHEIN ZEITUNG, 1. September 2007 |
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ZOLTAN SZÉKESSY (1899−1968) Johanna Ey 1932 Gips, getönt (Kat.−Nr. 162) |
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| JACOBO SUREDA (1901−1935) Johanna Ey 1933 Kohle und schwarze Kreide (Kat.−Nr. 161) |
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Mehr als nur Mutter − die moderne Frau Ey
Nicole Bolz Ihr Gesicht kennt man von unzähligen Gemälden. Schließlich galt Johanna Ey in den 1920er Jahren als die meist gemalte Frau Deutschlands. Eine rundliche Dame um die 60, die dunklen Augen blicken freundlich durch die dicken Brillengläser. Als Altstadtoriginal "Mutter Ey" wird sie vermarktet, dabei ist sie − ganz im Gegenteil − eine äußerst fortschrittliche, moderne Frau und Wegbereiterin der avantgardistischen Kunst... WESTDEUTSCHE ZEITUNG, 1. September 2007 |
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60. Todestag von Johanna Ey bei Remmert und Barth, Düsseldorf
Gewidmet dem Ey Henrike Schulte Die Entscheidung war schnell getroffen. Als Johanna Ey eines Sonntagmorgens im Jahre 1919 von Johlen und Schimpfen erwachte und feststellte, dass zwei seit dem Vorabend im Schaufenster ihrer Galerie platzierte Werke der jungen Künstler Otto Pankok und Gert Wollheim einen Tumult ausgelöst hatten, war klar: "Jetzt gerade stelle ich die Modernen aus!". Noch nicht lange zuvor hatte die als "Mutter Ey" in Künstlerkreisen bekannte 56−Jährige am Düsseldorfer Hindenburgwall 11 ihre Verkaufsräume eröffnet. Die Düsseldorfer Galerie Remmert und Barth... zeigt zum 60. Todestag von Johanna Ey eine mit 200 Exponaten bestückte Verkaufsausstellung Arbeiten all derjenigen Künstler, deren Werk ohne die Arbeit der umtriebigen Geschäftsfrau wohl nie oder zumindest weniger Bekanntheit erlangt hätte... Bereits 1920 nimmt Max Ernst Kontakt zur Galeristin auf, sie wird 1921 die erste Einzelausstellung seines Werkes organisieren, und auch Otto Dix sitzt ab demselben Jahr mit in Eys Boot. Weniger bekannte Künstler wie Adalbert Trillhaase, Mathias Barz, Trude Brück, Fritz Feigler, Hermann Hundt, Peter Ludwigs, Hans Rilke und Karl Schwesig ergänzen die Runde. Später kommen Jankel Adler, Anton Räderscheidt und Franz W. Seiwert dazu. Auch hier gibt der Katalog zur Ausstellung ausführlich Einblick in die weitere Entwicklung der Galerie sowie das Schalten und Wirken der einzelnen Künstler... www.artnet.de, 6. September 2007 |
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GERT H. WOLLHEIM (1894−1974) Johanna Ey lesend auf ihrem Diwan um 1922 Tusche (Kat.−Nr. 185) |
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| GERT H. WOLLHEIM Mutter Ey 1921 Aquarell (Kat.−Nr. 187) |
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Johanna Ey und ihr Kreis
Klaus Sebastian Einen Brief an Johanna Ey verzierte Otto Dix mit einer fröhlichen Karikatur: Da segelt die rundliche Kunsthändlerin als rettender Engel durch die Lüfte; in der Hand hält sie eine 2000−Mark−Banknote. Die legendäre "Mutter Ey" (die Vermarktung als Altstadtoriginal gefiel ihr selbst überhaupt nicht) liebte und förderte ihre Künstler... Die Geschichte der mutigen Kunsthändlerin wird im Katalog zur Ausstellung ("Großes Ey wir loben dich!") bei Remmert und Barth bildhaft erzählt... Fast alle wollten die Mäzenin malen. Porträts in der Ausstellung zeigen die Ey mal mit "wilden Locken", mal als Nero oder als Schachspielerin. Sie zeugen von einer Beziehung zwischen Künstlern und ihrer Galeristin, die man sich heutzutage kaum noch vorstellen kann. RHEINISCHE POST, 18. September 2007 |
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GERT H. WOLLHEIM Porträt Otto Dix 1921 Tusche (Kat.−Nr. 188) |
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Großes Ey, wir loben dich
Catrin Lorch Sie ist die Mutter der Düsseldorfer Kunstszene in den Zwanzigern: Eine Ausstellung bei Remmert und Barth huldigt der Galeristin Johanna Ey. Wenn es ein Markenzeichen der Moderne in Düsseldorf gäbe, dann müsste es das Ei sein: Die zerlaufene Geometrie des Eies prangte in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts auf Katalogtiteln und Plakaten − und niemand hat die Umrisse der fast gleichnamigen Dame liebenswerter reduziert als Otto Freundlich im Jahr 1934, der mit dem Bleistift ihr Lächeln in einem auf der Spitze stehenden Ei rahmte; zwei Kreise für die Brille und ein breiter Strich für die Nase genügten, die Kunstwelt kannte und liebte das Gesicht der Johanna Ey, der Kunsthändlerin, die eine ganze Generation päppelte. Zum 60. Todestag der Kollegin in diesem September widmen die Galeristen Herbert Remmert und Peter Barth aus Düsseldorf der legendären Kollegin eine Ausstellung, für die sie knapp zweihundert Arbeiten aus dem Umfeld der Mutter Ey zusammengetragen haben... FRANKFURTER ALLGEMEINE SONNTAGSZEITUNG, 7. Oktober 2007 |
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Am Anfang war das Ey
Isabel Fechter Sie gilt als "meistgemalte Frau": Johanna Ey, die Mutter Courage der rheinischen Avantgarde, schrieb Düsseldorfer Kunstgeschichte NOMEN EST OMEN? Manchmal schon. Treffender könnte der Zufall nicht spielen als beim Namen der legendären Düsseldorfer Kunsthändlerin Johanna Ey. Ihre Namensvetterin die heilige Johanna: die Kämpferische, Unbeugsame. Das Ei: Sinnbild für Geborgenheit, die Keimzelle, das Leben. All dies bedeutete die Ey, das Ey, Tante Ey, Mutter Ey, wie sie auch genannt wurde, für die Künstler des "Jungen Rheinlands", die sie unterstützte, verteidigte, ausstellte und förderte... Seit 27 Jahren bewegt sich die Düsseldorfer Galerie Remmert und Barth auf den Spuren des Ey−Kreises und "Jungen Rheinlands". Nicht ohne Hintergrund, gehörte doch der Vater von Peter Barth, der Maler Carl Barth, in dieses Umfeld. Aber die einst Revolutionären sind zu einem großen Teil heute vergessen. Wie bei Johanna Ey damals, gehören auch heute Engagement und Mut dazu, immer wieder auf diese Zeit und ihre Künstler aufmerksam zu machen. Mit einer Ausstellung von rund 200 Werken von 50 Künstlern und reich bebilderter Publikation mit essentiellem Beitrag von Peter Barth begeht die Galerie den 60. Todestag von Johanna Ey... WELTKUNST, Heft 12/2007, 15. Oktober |
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Aus allen Hölzern war Leben zu erweckenWILHELM RUDOLPHHolzschnitte 1920 − 19605. Juni bis 11. August 2007 |
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Leporello mit 40 Kat.-Nrn. und 15 Abb. Zusendung auf Wunsch |
Ich nutzte jede Holzart für meinen Zweck, arbeitete in Kiefer, Linde, Erle, Eiche, Fichte und Pappel oder in Sperrhölzern der verschiedensten Art, wenn ich nichts anderes hatte. Aus allen Hölzern war Leben zu erwecken. Wilhelm Rudolph |
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Trinker um 1935 Holzschnitt 297 x 362 mm (Kat.−Nr. 7) |
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| "See" (Meer) um 1925 Holzschnitt 493 x 653 mm (Kat.−Nr. 2) |
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Junger Wolf um 1935 Holzschnitt 443 x 597 mm (Kat.−Nr. 9) |
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| Pavian um 1930 Holzschnitt 375 x 425 mm (Kat.−Nr. 6) |
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Dresden, Zöllnerstraße um 1946 Holzschnitt 480 x 648 mm (Kat.−Nr. 17) |
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| Zwei Akte am Elbufer um 1955 Holzschnitt 453 x 660 mm (Kat.−Nr. 27) |
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Kleinbildkatalog mit über 200 Abbildungen und Preisen Euro 3,−− |
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WALTER GRAMATTÉ (1897−1929) Aus Granada II 1926 Aquarell über Bleistift (Kat.−Nr. 60) |
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| EWALD MATARÉ (1887−1965) Weide 1923 Farbholzschnitt (Kat.−Nr. 128) |
| Selbstbildnis (für Erich Heckel) Kat.-Nr. 3 |
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Das Abenteuer der DruckgraphikWALTER GRAMATTÉZustandsdrucke − Probedrucke − Farbvarianten28. November 2006 bis 31. Januar 2007 |
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KATALOG 16 Seiten, 25 Abbildungen, davon 15 in Farbe, Format 22 x 12 cm (2006) Bestell-Nr. 1041 Zusendung auf Wunsch |
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Der Sturz in die Unendlichkeit 1918 Radierung (Kat.−Nr. 34) |
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| "Vogelmädchen", Sonia Gramatté 1922 Radierung (Kat.−Nr. 37) |
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Farblithographie "Selbstbildnis mit Häusern", auch "Selbstbildnis vor Hamburger Häusern" betitelt, die wir in 22 Varianten präsentieren können. Die Blätter sind Handabzüge des Künstlers, die er auf seiner "Lithomaschine" gedruckt hat. Es handelt sich um Zustands− und Probedrucke von ein bis vier Steinen sowie Farbvarianten, die der Künstler zum Teil zusätzlich aquarelliert hat. So wurde jeder Abzug in seiner Art ein Unikat. |
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| Selbstbildnis mit Häusern" 1923, Farblithographie von ein bis drei Steinen in 22 Varianten, (Kat.-Nr. 23) | ||
"Ich arbeite mit Dampf, daher schreibe ich erst heute.
Als ich dich zum Bahnhof gebracht hatte, ging ich langsam nach Hause und machte allerhand Dummheiten... Dann habe
ich an meinen Steinen gearbeitet, um halb sechs kam Zeitner, wir haben bis zwölf Uhr nachts an der Maschine
gestanden. Ich fiel fast um... Walter an Sonia Gramatté, Brief vom 2.3.1923 |
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Mädchenkopf 1923 Lithographie in Braunrot (Kat.−Nr. 24) |
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| Mädchenkopf 1923 Farblithographie, aquarelliert (Kat.-Nr. 27) |
"Ich möchte sogern einmal mit einer Bohrmaschine (wie die Zahnärzte sie haben) arbeiten. Ich war gestern bei Fritz und habe es versucht: Es übertrifft alle meine Erwartungen. Ich habe einen Schleifstein eingesetzt und in kürzester Zeit kann ich nicht nur ganz tiefgeätzte Linien vollständig verschwinden lassen, sondern ganze Flächen tiefer legen und anschließend mit einem anderen Material hochglänzend polieren... Ich kann nun, was niemand kann, fabelhaft leicht feinste Correkturen vornehmen, eine Linie direkt verlegen und ganz neue Wirkungen erzielen. Da wird sich noch mancher den Kopf zerbrechen, wie ich manches fertig bringe." " Walter an Sonia Gramatté, 15.6.1927 |
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KÖRPER − KÖRPER − KÖRPERvon Rohlfs bis Dix, von Kirchner bis Grosz1. September bis 15. November 2006 Mit Werken von |
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KATALOG 16 Seiten, 24 Abbildungen, davon 8 in Farbe, Format 22 x 12 cm (2006) Bestell-Nr. 2016 Zusendung auf Wunsch |
Hereinspaziert, verehrtes Publikum! Kommen und schauen
Sie! Sehen Sie den menschlichen Körper in all seiner Schönheit und Häßlichkeit, Jugendlichkeit und
Vergänglichkeit, Faszination und Ausstrahlung! Sehen Sie mit den Augen der Maler, sehen Sie die Vielfältigkeit
der Linien und Formen, der Volumen und Proportionen. Sehen Sie hier die zarten Akte von August Macke oder dort die
überwältigende Körperfülle der sitzenden "Berta", die Otto Dix aufs Papier gebannt hat!
Treten Sie (bitte leise) an die schlafende "Dodo" von Ernst Ludwig Kirchner heran. Oder ergötzen Sie
sich an den bierbauchschönen Männer−Akten im "Dampfbad in der Goltzstraße" von George
Grosz. |
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GEORGE GROSZ (1893−1959) "Akte" (Alte in Kniestrümpfen) 1923 Tusche (Kat.-Nr. 36) | ![]() |
| AUGUST MACKE (1887−1914) Zwei sitzende weibliche Akte (Lagernde nackte Mädchen) 1913 Tusche (Kat.−Nr. 55) |
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Die Gymnastik in den Abendstunden
von Helga Meister ...Bei George Grosz sind die Grazien dicklich, die Männer komisch, die Schönen Zwitter und die Dessous altmodisch, dennoch ist es ein feiner Humor, der von seinen Tuschen und Bleistiftzeichnungen ausgeht. Da nehmen vier Herren ein Dampfbad und drehen und wenden sich wie im Grotesktanz, um Wasser an die unmöglichsten Stellen zu bekommen. Ein stehender weiblicher Halbakt von Grosz, versehen mit Lippenbart und Schönheitspflaster, ist im Spitzenhöschen köstlich. Conrad Felixmüllers nacktes Pärchen in der Mondnacht oder Raoul Hausmanns dünne Hannah Höch mit Wespentaille präsentieren den Körper auf humorige Art. Ein besonderes Bild ist Gert H. Wollheims Abendgymnastik. Das Pärchen ist zerschnitten, die Köpfe sind verrutscht, die Gliedmaßen in den Farben verschoben, der Innenraum durch ein fiktives Tuch von den Sternen getrennt und das Ganze ein Vexierspiel in einem bedrohlichen Raum. WESTDEUTSCHE ZEITUNG, 1. September 2006 |
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CHRISTIAN ROHLFS (1849−1938) Stehender weiblicher Doppelakt 1913 Kohle (Kat.−Nr. 76) |
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| CHRISTIAN ROHLFS (1849−1938) Großer Akt um 1911 Öl auf Leinwand (Kat.−Nr. 75) |
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Dem Regen entgegen
von Henrike Schulte Der Sommer ist zurzeit vorbei. Wo noch vor kurzem knappe Röckchen winkten und Herrenhemden aufgeknöpft lockten, dominiert nun erzwungene Hochgeschlossenheit. Ganz Deutschland verbirgt den nur noch zart gebräunten Leib unterm Regenmantel. Ganz Deutschland? Nein, ein kleines Dorf am Rhein leistet dem hereinbrechenden Herbst heftigen Widerstand. In Düsseldorf zeigen die Galeristen Remmert und Barth ab sofort nackte Haut... ...102 Arbeiten, darunter vornehmlich Zeichnung und Grafik, haben Remmert und Barth anlässlich des Düsseldorfer Quadriennale−Themas "Der menschliche Körper und seine Darstellung in der Kunst" aus dem Bestand hervorgezaubert. Ihnen gemein ist die unverhüllte Darbietung des Fleisches und damit sogleich dessen, was wir begehren und doch zugleich so fürchten... Zu den spannenderen und die erotische Komponente des Aktes am trefflichsten darstellenden Werken der Ausstellung gehört zweifellos Ernst Ludwig Kirchners Dodo. In sparsamer und zugleich fester Strichführung hat der Maler um 1910 die Dresdener Freundin, sein damaliges Lieblingsmodell, in liegender Pose zu Papier gebracht. Der zärtlichen Darstellung des Blattes entsprechend schrieb er in Erinnerung an die Geliebte neun Jahre später in einer Tagebuchnotiz: "Deine feine frische Liebeslust, mit Dir erlebte ich sie ganz, fast zur Gefahr meiner Bestimmung. Doch Du gabst mir die Kraft zur Sprache über Deine Schönheit im reinsten Bilde eines Weibes...". www.artnet.de, 1. September 2006 |
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Carl Barth, um 1935 |
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Leben um zu malenCARL BARTHAusgewählte Werke 1925 − 196525. Juli bis 19. August 2006 |
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KATALOG 16 Seiten, 20 Abbildungen, davon 15 in Farbe, 3 dokumentarische Abbildungen Format 27,5 x 21 cm (2006) Bestell-Nr. 1040 Euro 8,−− |
| Aus Anlaß des 30. Todestages (und 110. Geburtstages)
des rheinischen Malers Carl Barth zeigen wir unter dem Motto "Leben um zu malen" Werkbeispiele aus 50 Schaffensjahren,
Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und druckgraphische Werke, die den künstlerischen Weg des 1896 in Haan/Rheinland
geborenen und 1976 in Düsseldorf gestorbenen Malers anschaulich vor Augen führen. |
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Stilleben mit Cello 1929 Öl auf Leinwand (Kat.−Nr. 4) |
Es folgen die Werke der beginnenden 30er Jahre, die magisch−realistischen Tempera−Gemälde, die heute als der bedeutendste Teil des Barth'schen OEuvres angesehen werden. Zwei der wichtigsten Werke dieser Periode können wir in unserer Ausstellung präsentieren: die "Schiffschaukel" von 1932, die seit Jahrzehnten in Privatbesitz verborgen war, und die "Rheinbrücke" aus demselben Jahr, ein Gemälde, das man vor fünf Jahren in der legendären Münchner Ausstellung "Der kühle Blick" neben Max Beckmanns Gemälde "Der eiserne Steg" aus der Kunstsammlung Nordrhein−Westfalen hängen sah. Die "Schiffschaukel" und die "Rheinbrücke" stehen im Mittelpunkt unserer Ausstellung. |
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Straßenbau um 1930 Linolschnitt (Kat.−Nr. 5) |
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| Schiffschaukel 1932 Öl auf Leinwand (Kat.−Nr. 8) |
Soll man diese Bilder stilgeschichtlich einordnen, so wird man ihren Platz am ehesten auf dem sogenannten "rechten Flügel" der Neuen Sachlichkeit, dem Magischen Realismus finden. Sie siedeln irgendwo zwischen Magischem Realismus und "Neu−Romantik", sind aus dem weiten Umfeld der Neuen Sachlichkeit zu einer neuen Romantik hin unterwegs, vor allem die in Rom und Sizilien gemalten Bilder. Aber all diese Begriffe sind natürlich ungenau und werden von verschiedenen Autoren mit wechselnder Bedeutung verwendet. Sie helfen nur wenig weiter. Halten wir uns darum an die Bilder selbst. Wieland Schmied in: Carl Barth, hrsg. von Herbert Remmert und Peter Barth, Düsseldorf 1986, Seite 61/62 |
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Rheinbrücke um 1932 Öl auf Leinwand (Kat.−Nr. 9) |
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| Einsamer Strand 1932 Linolschnitt (Kat.−Nr. 7) |
1932 ist für Barth ein entscheidendes Jahr. Nach eigener Aussage ist es quasi die Stunde Null seiner Kunst. Erst jetzt bezeichnet er seine Bilder als Malerei. Die meisten seiner Gemälde dieser Zeit sind menschenleer. So auch das Bild Rheinbrücke: Alle Zeugnisse menschlicher Zivilisation, wie Brücke, Schiff, Häuser und Kirche sind verlassen, sogar der Fesselballon schwebt herrenlos am Himmel. Eine ruhige, zeitlose Stille liegt über der lapidaren Szene. Der Betrachter bleibt distanziert, obwohl er gleichzeitig von einer magischen Stimmung angezogen wird, die diese Komposition zusammenhält. Das Thema wird hier völlig anders umgesetzt als bei dem vergleichbaren Bild Der eiserne Steg, das Max Beckmann zehn Jahre früher geschaffen hat und das eindringlich die Ambivalenz der Großstadt schildert. Barths Rheinbrücke erzählt keine Geschichte. Es wird weder Stellung bezogen noch ein Kommentar zum Zeitgeschehen gegeben. Obwohl topographisch lokalisierbar und perspektivisch richtig, verdichtet diese schlichte Stadtlandschaft ein unwirkliche, ausschließlich poetische Stimmung. Christiane Lange in: Der kühle Blick, Realismus der zwanziger Jahre, München 2001, Seite 106 |
Es folgen die "römischen" Arbeiten Barths aus den Jahren 1938/39, als der Künstler nach dem Erhalt des Cornelius−Preises ein Jahr in der Villa Massimo in Rom weilte und sich (nicht ohne aktuellen Zeitbezug) der Darstellung der Ruinenlandschaft abendländischer Kultur widmete. |
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Forum Romanum 1938 Tusche |
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| Forum Romanum 1938 Öl auf Leinwand (Kat.−Nr. 13) |
Danach springt die Ausstellung in die 50er Jahre: Carl Barth wendet sich nun, wie Karl Ruhrberg formuliert, "stärker der Abstraktion zu, ohne je den Kontakt mit der sichtbaren Welt zu verlieren". Es folgen die Bilder der 60er Jahre, in denen Barth die "Grenze des Gegenständlichen" überschreitet, wenn er auch "der Wirklichkeit noch immer ganz nahe steht" (Günther Ott). Carl Barth bleibt auch in diesen späten Werken seinem konstruktiven, architektonischen Stilempfinden und seiner kompositorisch−strengen Malweise treu, die schon seine frühen Arbeiten auszeichnete. |
| Kalter Tag am Meer 1953 Öl auf Leinwand (Kat.−Nr. 14) |
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Die Worte Gegenstandslos, Abstrakt, Konkret sind das
Dümmste im Vokabular der Kunst. Es gibt nichts Abstraktes, wir leben in unserer Umwelt und werden von ihr zur
künstlerischen Aussage gedrängt. Diese Aussage muß ehrlich sein, nach seinen Erkenntnissen und
Empfindungen. "Neue Kunst"? Wo gibt es die? Auch ein dummes Wort. Kunst ist durch alle Jahrtausende immer
dasselbe gewesen, auch heute hat sie sich nicht abgewandt von den gesetzlichen Ursprüngen... Carl Barth, 1959 |
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Verwandlung des Zeus 1963 Öl auf Leinwand (Kat.−Nr. 18) |
Grübeln führt nicht zum Ziel. Nur praktisches Tun,
d.h. mit Pinsel (Werkzeug) und Farbe ständige Versuche anstellen, kann eine Lösung hervorbringen... Carl Barth, um 1960 |
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WESTDEUTSCHE ZEITUNGKultur: Interview mit Carl Barths SohnSamstag, 22. Juli 2006 Zwei Einzelgänger unter sichZum 30. Todestag des Malers Carl Barth widmet ihm sein Sohn Peter eine Matinee und Ausstellung. Im WZ−Interview spricht er über seine Erinnerungen an den Vater.Das Interview führte Helga MeisterAm Sonntag bittet die Galerie Remmert und Barth zu einer ungewöhnlichen Matinee. Es liest der Galerist Peter Barth aus den Aufzeichnungen seines Vaters, des Malers Carl Barth. Anlass ist eine Ausstellung zum 30. Todestag und 110. Geburtstag des berühmten magischen Realisten. Im WZ−Gespräch mit Sohn Peter Barth kommt indirekt auch Carl Barth zu Wort. WZ: Herr Barth, was hat der Sohn vom Vater geerbt? Barth: Die Lebenshaltung, den melancholischen Ernst, der sich nach außen hin in einer lockeren, heiteren Art zeigt. Leute behaupten, ich hätte eine gewisse Lebensweisheit von ihm geerbt. Ich war immer Einzelgänger wie er auch. Und was ich von ihm sonst noch habe, ist der Ehrgeiz. Schlecht war, dass er immer zu spät kam, in der Künstlervereinigung Junges Rheinland wollten sie ihn nicht mehr haben. WZ: Was heißt das? Barth: Er kam mit seinem Stil der Neuen Sachlichkeit zu spät, als er Ende der 20er Jahre seine magisch−realistischen Werke schuf. Die Neue Sachlichkeit war da längst in eine neue Süßlichkeit übergegangen. Ab 1931 begannen in Düsseldorf die Nazi−Tendenzen. Da hat mein Vater menschenleere, stille und melancholische Bilder geschaffen. Mit ihnen schwamm er gegen den Strom... |
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| mehr zu Carl Barth | Biographische Daten |
| Ausstellungen von Carl Barth in der Galerie Remmert und Barth |
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Gottfried Brockmann, 1924 (Foto L. Fritz Gruber) |
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GOTTFRIED BROCKMANN1903 bis 1983Gemälde und Arbeiten auf Papier21. Februar bis 20. April 2006 |
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KATALOG mit Texten des Künstlers und einem Essay von Joachim Heusinger von Waldegg 96 Seiten mit 120 Abbildungen, davon 22 in Farbe, (alle Werke sind verkäuflich, Preisliste anbei) Format 24 x 17 cm, gebunden mit Schutzumschlag Euro 14,−− |
| 1933 wurde Gottfried Brockmann von den Nazis aus Düsseldorf vertrieben. Remmert und Barth holen jetzt das Werk des Künstlers nach Düsseldorf zurück. |
| Die AUSSTELLUNG gibt mit über 100 Arbeiten − 10 Gemälden, zwei Drahtfigurinen, 80 Aquarellen und Zeichnungen sowie 12 Druckgraphiken − einen repräsentativen Überblick über das Gesamtwerk des Künstlers von den frühen 20er bis in die 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts. |
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Pietà um 1928
Bleistift (Kat.−Nr. 73) |
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| Flammenfigurinen 1921/22 Aquarell (Kat.−Nr. 73) |
25 JAHRE REMMERT UND BARTH1980 − 2005 6. September bis 23. Dezember 2005 Mit Werken von |
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KATALOG mit einer Chronologie und Dokumentation unserer Ausstellungen sowie Auszügen aus den beiden ersten Kapiteln der Galerie−Memoiren 260 Seiten, 220 Werkabbildungen, davon 105 in Farbe, sowie 60 dokumentarische Abbildungen Format 24 x 17 cm, in Leinen gebunden (alle Werke sind verkäuflich, Preisliste anbei) Euro 35,−− |
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CHRISTIAN ROHLFS (1849−1938) Roter Mohn 1916 Aquarell, 64 x 49 cm monogrammiert, datiert Werkverzeichnis Vogt 16/28 (Kat.−Nr. 168) |
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| CONRAD FELIXMÜLLER (1897−1977) Brüder am Rhein 1920 Radierung, 26,5 x 27,7 cm signiert, betitelt, numeriert Werkverzeichnis Söhn 217 (Kat.−Nr. 47) |
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Zum Jubiläum Trouvaillen
in Petersburger Hängung
Seit 25 Jahren sorgen die Düsseldorfer Kunsthändler Herbert Remmert und Peter Barth dafür, daß die einstigen Avantgarden nicht vergessen werden... Nun füllt die Jubiläumsausstellung − in "Petersburger Hängung" − den klassizistischen Bau, dem die Renovierung den Charakter eines bürgerlichen Wohnhauses erhielt, vom Keller bis zum Dach. Darunter sind Trouvaillen − wie die seltene Radierung von Käthe Kollwitz " Zwei schwatzende Frauen mit zwei Kindern" − neben konstruktivistischen Bleistiftzeichnungen des wenig bekannten Düsseldorfer Künstlers Curt Lahs von 1920. Zwei Gemälde von Otto Dix aus dem Jahr 1913 − eine "Schlucht mit gefällten Bäumen" und eine "Eisenbahnbrücke" − begegnen Blättern wie dem Aquarell "Jonas und der Wal" von Jankel Adler oder Gert Heinrich Wollheims "Der Feierabend" und der "Hirtin" von Otto Gleichmann aus dem Jahr 1918... Catrin Lorch, FRANKFURTER ALLGEMEINE SONNTAGSZEITUNG, 18. September 2005 |
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OTTO PANKOK (1893−1966) Mühle II 1922 Radierung, 45,7 x 35,2 cm Werkverzeichnis Jäger WR 254 A (Kat.−Nr. 158) |
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| KARL SCHWESIG (1898−1955) Marineporträt 1930 Öl auf Leinwand, 80 x 65,3 cm (Kat.−Nr. 188) |
Mit der Unerbittlichkeit der JugendWALTER GRAMATTÉ1897 bis 19291. März bis 30. April 2005 |
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KATALOG mit einer Einführung von Peter Barth und einem Text von Hermann Kasack aus dem Jahre 1932 120 Seiten mit 75 Werkabbildungen, davon 29 in Farbe, sowie 6 dokumentarischen Abbildungen (alle Werke sind verkäuflich, Preisliste anbei) Format 24 x 17 cm, Broschur mit Schutzumschlag Euro 14,−− |
| DIE AUSSTELLUNG umfaßt 65 Werke aus den Jahren 1914 bis 1928, davon 6 Gemälde, 18 Aquarelle, 15 Zeichnungen und 26 Druckgraphiken. Die Ausstellung dokumentiert alle wichtigen Schaffensphasen des Künstlers: Da sind zunächst die Kriegs− und ersten Nachkriegsjahre, die wir durch seltene Graphiken sowie ein frühes Hauptwerk des Künstlers, die große "Kreuzabnahme" von 1919, belegen können. Es folgen die beginnenden 20er Jahre, in denen die Aquarell−Malerei im Vordergrund steht: Selbstporträts, Bildnisse seiner jungen Frau und Landschaften sind die Themen Gramattés, das herausragende Gemälde "Morgen am Meer (Hiddensee)" von 1921 steht im Mittelpunkt dieser Abteilung. Es schließen sich die spanischen Jahre 1924−26 an, in denen Gramatté im Angesicht der iberischen Landschaft seine Öl− und Aquarellmalerei perfektioniert. Gramattés letzte Schaffensjahre in Berlin 1926−28 haben ihren Mittelpunkt in einem seiner letzten Gemälde, dem Bildnis seiner Frau von 1928. |
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Kreuzabnahme 1919 Öl auf Leinwand, 178 x 165 cm signiert, datiert Negendanck 62 (Kat.−Nr. 13) |
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| Selbstbildnis (für Erich Heckel) 1919 Holzschnitt, 400 x 315 mm signiert, datiert im Stock bezeichnet "Für Erich Heckel", vom Drucker Voigt bezeichnet Eckhardt 23 (Kat.−Nr. 14) |
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Morgen am Meer (Hiddensee) 1920 Öl auf Leinwand, 745 x 910 mm signiert, datiert, Negendanck 84 (Kat.−Nr. 26) |
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| Mädchen am Fenster (Hiddensee) 1921 Aquarell über Tusche 377 x 488 mm signiert, datiert (Kat.−Nr. 27) |
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Barcelona (mit Ballon) 1924 Öl auf Leinwand 665 x 775 mm signiert, datiert, betitelt Negendanck 106 (Kat.−Nr. 48) |
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| Selbst mit Fensterkreuz 1926 Aquarell über Bleistift 456 x 386 mm signiert, datiert, bezeichnet "Madrid" (Kat.−Nr. 63) |
![]() CONRAD FELIXMÜLLER 1897−1977 Arbeiterfrau mit Kind (Frau Schnabel mit Rosa) 1920 Radierung in Dunkelgrün (Kat.-Nr. 37) |
Mit Ätzgrund und mit Kalter NadelRADIERUNGENvon Käthe Kollwitz bis Conrad Felixmüller16. 11. 2004 bis 29. 1. 2005 Katalog, 160 Seiten mit 130 Werkabbildungen, Preisliste anbei Folgende Künstler sind in der Ausstellung vertreten: Jankel Adler, Willi Baumeister, Max Beckmann, Peter August Böckstiegel, Gottfried Brockmann, Otto Coester, Lovis Corinth, Otto Dix, Heinrich Ehmsen, Conrad Felixmüller, Walter Gramatté, Erich Heckel, Wassily Kandinsky, Ernst Ludwig Kirchner, Paul Klee, Käthe Kollwitz, Bernhard Kretzschmar, Wilhelm Lachnit, Otto Lange, Max Liebermann, Ewald Mataré, Paula Modersohn-Becker, Heinrich Nauen, Emil Nolde, Walter Ophey, Otto Pankok, Karl Schmidt-Rottluff, Karl Schwesig, Paul Adolf Seehaus, Lasar Segall, Christoph Voll, Gert H. Wollheim und andere |
![]() EBERHARD VIEGENER 1890−1967 Kind mit Pferd 1925 Öl auf Holz, 600 x 510 mm rückseitig signiert und betitelt (Kat.-Nr. 107) | Zwischen Verismus und Klassizismus"DIE NEUE SACHLICHKEIT"Realismus der 1920er Jahre in Deutschland2.3. bis 21.5.2004 Katalog, 132 Seiten mit 118 Abbildungen, davon 28 in Farbe, Folgende Künstler sind in der Ausstellung vertreten: Jankel Adler, Carl Barth, Max Beckmann, Herbert Böttger, Friedrich Wilhelm Bogler, Gottfried Brockmann, Ernst Bursche, Otto Dix, Conrad Felixmüller, Richard Gessner, Bruno Goller, Walter Gramatté, Otto Griebel, Carl Grossberg, George Grosz, Hannah Höch, Heinrich Hoerle, Karl Hubbuch, Alexander Kanoldt, Bernhard Kretzschmar, Will Küpper, Wilhelm Lachnit, Curt Lahs, Paula Lauenstein, Peter Ludwigs, Jeanne Mammen, Heinrich Nauen, Otto Pankok, Anton Räderscheidt, Georg Scholz, Georg Schrimpf, Karl Schwesig, Lasar Segall, Ernst Thoms, Adalbert Trillhaase, Adolf Uzarski, Eberhard Viegener, Gert H. Wollheim und Gustav Wunderwald |
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"Der Realismus der zwanziger Jahre wird seit der Mannheimer Ausstellung von 1925 'Die Neue Sachlichkeit' genannt. Unter diesem Titel bieten Peter Barth und Herbert Remmert mehr als hundert Gemälde und Papierarbeiten in ihrer Düsseldorfer Galerie an – oft jenseits der klangvollen Namen, doch von überzeugender Qualität. Der Realismus scheint den Nerv der jungen Sammler zu treffen, und die moderaten Preise kommen ihnen entgegen." FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG |
"Die Galerie Remmert und Barth, spezialisiert auf deutschen Expressionismus und Neue Sachlichkeit, zeigt in ihrer aktuellen Ausstellung einen reichhaltigen Querschnitt durch den Realismus der 1920er Jahre in Deutschland. Im Angebot befindet sich Malerei und Graphik zu Preisen zwischen wenigen Hundert Euro und 48.000 Euro." HANDELSBLATT |
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